Vertrauen bedeutet sich trauen!

Vertrauen ist ein wichtiger Grundbestandteil einer jeden Beziehung. Ganz egal ob es sich um eine Liebesbeziehung, eine freundschaftliche oder eine Geschäftsbeziehung handelt. Ohne Vertrauen ist es schwierig, besser gesagt nahezu unmöglich, gemeinsame Ziele zu erreichen. Man lässt nicht los, kontrolliert sich gegenseitig, agiert zumeist im Sinne eines negativen Menschenbildes und ist ständig auf der Hut.

Klingt doch furchtbar, oder?

In zwischenmenschlichen Beziehungen ist das Problem oft (relativ) leicht zu lösen – wenn es gar nicht passt, trennt man sich von dem Partner oder sucht sich neue Freunde. Im Berufsleben ist die Sachlage oft vielschichtiger und betrifft nicht nur eine Person. Denn oft ist dieses Misstrauen Teil einer gelebten Kultur, die von der Unternehmensführung gar nicht gesehen wird, oder nicht gesehen werden will. Dabei handelt es sich um die sogenannten „blinden Flecke“ oder „bewusste Unwissenheit“.

Diese Unkultur wird unterschätzt und man erfasst oft gar nicht die volle Tragweite. Hat sich erst einmal eine Kultur des Misstrauens im Unternehmen etabliert, geht es mit der Mitarbeiterbindung sukzessive bergab. Unter solchen Voraussetzungen kann sich keine positive emotionale Bindung zwischen Mitarbeiter und Unternehmen entwickeln.

Jedoch genau diese „positive emotionale Bindung“ ist es, die ein Unternehmen heutzutage erfolgreich macht, oder nicht. Jeder spricht von Employer Branding, Engagement-Index und man fragt sich wie man die besten Mitarbeiter finden und halten kann. Dabei liegt die Antwort auf der Hand. Mit vertrauensbildenden Maßnahmen schafft man ein Fundament, für innovative, maßgeschneiderte und nachhaltige Aktivitäten die eine Mitarbeiterbindung erst ermöglichen.

Diese Grundhaltung ist im Zeitalter der Digitalisierung und Generation Z jedoch längst kein „nice to have“ mehr, sondern ein klares „must have“! Diese Tatsache wird in so mancher Geschäftsleitung noch nicht gesehen, oder einfach unterschätzt.

Die Vertrauensfrage beginnt ja bereits sehr früh in der Mitarbeiter- Unternehmens-Beziehung. Der Bewerber sollte darauf vertrauen können, dass die Dinge die ihm in der Ausschreibung, bzw. im Bewerbungsgespräch vermittelt werden auch den Tatsachen entsprechen. Erfährt man danach, dass alles mehr Schein als Sein war, ist das ein schlechter Start in ein vertrauensvolles Miteinander.

Mittlerweile muss man ja, Gott sei Dank der sozialen Medien, gar nicht erst in ein Unternehmen eintreten um die wahren Verhältnisse in Augenschein zu nehmen. Aktuelle Mitarbeiter oder ehemalige Bewerber haben sich dieser Aufgabe bereits angenommen und berichten unter anderem auf Bewerbungsplattformen von Ihren Eindrücken, Erfahrungen und Erlebnissen. Sollten diese negativ sein und das Unternehmen keine Stellung dazu beziehen, ist der schlechte Eindruck perfekt.

Wenn jedoch eine positive Vertrauenskultur besteht, ist auch meistens das Engagement wesentlich höher. Die Mitarbeiter fühlen sich intensiver mit dem Unternehmen verbunden – und sie zeigen das auch! Sie sind stolz für dieses Unternehmen zu arbeiten und stehen öffentlich dazu. Sie werden zu echten Markenbotschaftern was die Unternehmenskultur und die Arbeitgebermarke betrifft.
Dabei muss man sich immer vor Augen führen, dass in externen Kreisen, die Meinungen der Mitarbeiter eines Unternehmens eine wesentlich höhere Glaubwürdigkeit genießen, als die Aussagen von dem jeweiligen CEO, Personalverantwortlichen oder einer allgemeinen Personalmarketing-Kampagne.

Vertrauen ist so wertvoll, weil es nicht erkauft oder erzwungen werden kann, es muss wachsen und gedeihen. Nicht umsonst heißt es, dass man sich Vertrauen erst einmal verdienen muss. Wenn es einem jedoch geschenkt wird, sollte man damit sehr umsichtig umgehen. Denn, noch schwerer als sich das Vertrauen zu verdienen ist es, ein missbrauchtes Vertrauen wieder herzustellen.

Daher mein Appell:

Mehr Vertrauen und Vertrauensvorschuss für die Mitarbeiter!
In den meisten Fällen bekommen Sie es mehrfach zurück!

Beste Grüße,
Jürgen Pfeiler

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