Social Media – ein Kinderspiel! Oder doch nicht?

Ist heutzutage eine Welt ohne Social Media noch vorstellbar?

Natürlich müsste es auch ohne gehen, aber es würde vielen verdammt schwer fallen. Speziell die jüngeren Generationen die mit diesen Medien aufgewachsen sind und für die, die Verwendung einfach selbstverständlich ist. Aber auch ein nicht unbeträchtlicher Anteil der älteren Generationen hat sich mittlerweile schon an so manches Medium gewöhnt, und nutzt es intensiv.

In Anbetracht dieser Tatsachen scheint es auf den ersten Blick sinnvoll, auf möglichst vielen sozialen Medien vertreten zu sein, um flächendecken zahlreiche interne wie externe Kunden anzusprechen. Ähnlich dem Motto der klassischen Werbung – je mehr Werbefläche umso größer der Effekt.

Doch das ist ein Irrtum!

Wählt man das falsche Medium oder einen unpassenden Inhalt kann der Effekt zwar groß sein, aber in die falsche Richtung. Das wäre dann der berühmte Schuss ins eigene Knie. Ausschlaggebend ist nämlich welches Medium man wählt, um eine bestimmte Zielgruppe zu erreichen.  Ist die Wahl getroffen, ist im nächsten Schritt entscheidend, welchen Inhalt man zur Verfügung stellt. Diese beiden Punkte werden oft unterschätz, haben aber eine große Auswirkung auf den Erfolg einer Social Media Strategie. Trifft man hier die falsche Wahl, hinsichtlich Medium und/oder Inhalt, ist der Effekt der selbe – man erreicht die gewünschte Zielgruppe nicht.

Häufig beginnen Unternehmen einfach irgendwie. Genau genommen ist die Social Media Strategie keine Strategie, sondern eine „Hau-ruck Aktion“.  Man möchte einfach dabei sein, bei diesem Social Media Hype. Zumeist entscheidet man sich spontan für ein Medium, dass entweder die größte Reichweite verspricht oder ein Tool das der Mitbewerb auch schon nutzt. Die Umsetzung erfolgt dann oft losgelöst von anderen Prozessen oder Strategien in der Personal- oder Marketingabteilung.

Tja, und einige Wochen nach dem Launch wundert man sich warum das Medium nicht richtig abhebt und sich die erhofften Effekte nicht einstellen.

Damit das nicht passiert, gibt es im Vorfeld einige Dinge zu klären, die wesentlich für die erfolgreiche Umsetzung einer Social Media Strategie sind:

Am Beginn – und das ist eigentlich der wesentlichste Punkt überhaupt – sollte man auf alle Fälle wissen für welche Werte das eigene Unternehmen steht. Damit sind jetzt nicht jene Werte gemeint die man gerne hätte oder die man meint zu haben. Sondern jene die wirklich gelebt werden. In sehr vielen Fällen scheitert es bereits an diesem Punkt. Denn postulieren Unternehmen falsche Sachverhalte, bleibt das nicht ungestraft. Solche Dinge werden gerade durch die neuen Medien gnadenlos aufgedeckt, angeprangert und schlimmsten Falle sind sie sogar Ausgangspunkt für einen Shitstorm.

Im nächsten Schritt muss geklärt sein, welches Ziel das Unternehmen mit der Social Media Initiative erreichen will. Geht es darum allgemein zu informieren, eine bestimmte Zielgruppe anzusprechen, Aufmerksamkeit zu erregen, die Bindung der Mitarbeiter über das Medium, die Nutzung als Ausbildungs-/Entwicklungstool, Bewerber anzusprechen oder eine Kombination von verschiedenen Punkten. Für jedes dieser Ziele gibt es unterschiedlich effektive Social Media Instrumente.

Hat man sich für ein oder mehrere Medien entschieden, muss man sich überlegen welcher Inhalt dafür geeignet ist. Nicht jeder Content passt zu jedem Medium, bzw. oft hat die Zielgruppe diesbezüglich ganz konkrete Vorstellungen.

Eine Social Media Strategie ist immer ein interdisziplinärer Prozess – zumeist zwischen Personal, Marketing und Unternehmenskommunikation. Dieses bereichsübergreifende Team hat dafür zu sorgen, dass die kommunizierten Inhalte (und Werte) auch immer dieselben sind, egal von welchem Ausgangspunkt man das Unternehmen betrachtet. Es darf nicht sein, dass unterschiedliche Kommunikationskanäle nicht aufeinander abgestimmt sind, oder sich sogar widersprechen.

Der Content-Pflege kommt, in unserer heutigen schnelllebigen Zeit, eine besondere Bedeutung zu. In manchen Fällen ist der Inhalt von gestern schon alt. Die Leser/User erwarten sich top-aktuelle Inhalte und umgehende Rückmeldung wenn sie in Interaktion treten. Wartet man auf ein Feedback länger als einen Tag, hat die Interaktion schon einen schalen Beigeschmack.

Der Betrieb von Sozialen Medien ist natürlich auch mit Ressourcenaufwand verbunden. Dieser Aspekt wird oft unterschätzt. Gerade bei Tools die auf Interaktion setzten, ist eine 24 Stunden Betreuung fast unumgänglich. Eine Minimalanforderung  wäre auf alle Fälle eine automatisch generierte Meldung, die informiert, dass man sich um das Anliegen kümmert. Allerdings sollte das Anliegen dann auch wirklich innerhalb der nächsten 24 Stunden bearbeitet sein.

An Hand dieser Punkte sollte ersichtlich sein, dass man eine Social Media Strategie nicht einfach so aus dem Ärmel schüttelt. Sie sollte sowohl zur Unternehmens- , Produkt- aber natürlich auch zur Arbeitgebermarke passen. Auf keinen Fall sollte es ein Kommunikations-strang sein der nebenher läuft und auch so betreut wird.

Social Medias sind wirklich eine tolle Sache, wenn man versteht sie richtig einzusetzen!

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