Wie kommt das Licht ins Bild?

Ein Impuls von Harald R. Preyer

Gute Bilder, ansprechende Photos, die etwas bei uns als Betrachter auslösen, sind meist in ein besonderes Licht getaucht. Dieses Licht ist einfach da. Es fällt uns meist gar nicht gesondert auf. Es macht das Bild zu einer besonderen Quelle von Inspiration.Wir wollen es aufmerksam betrachten, ja manchmal hinein versinken.

Attraktive Organisationen strahlen eine Anziehungskraft aus, die wir auch nicht unmittelbar zuordnen können. Sie ist nur einfach da und fasziniert uns. Dort wollen wir Kunde sein. Dort wollen wir gerne mitarbeiten. Dieses Unternehmen empfehlen wir gerne weiter.

Im alten Paradigma von Organisationen hat es genügt, die Attraktivität in einfachen messbaren Kenngrößen zu beschreiben und zu steigern. Dazu zählen Qualität, Umsatz, Ertrag, Gewinn, Marktanteil, vielleicht noch Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit. Das war für uns Führungskräfte messbar, kontrollierbar, steuerbar.

Im neuen Paradigma unserer Zeit spüren wir, dass die Komplexität von Organisationen rapide ansteigt. Zusammenhänge sind nicht mehr nur kausal- wenn sie es denn jemals waren. Mehr Engagement und mehr Leistung führen nicht zwangsläufig zu besseren Ergebnissen. Es ist vielmehr eine besondere Haltung aller Beteiligten, die über Erfolg und Zukunftsfähigkeit des Ganzen entscheidet. Diese Haltung ist das besondere Licht im Bild. Sie ist nicht durch Vorschriften gestaltbar, nicht durch Ziele erreichbar und nicht durch Motivation steigerbar.

Es braucht Mut, die Sehnsucht nach Kontrolle zu reduzieren und in der Balance zwischen Ordnung und Chaos Emergenz zuzulassen. So entsteht Energie, die zum Wohle des Ganzen entstehen will aus sich selbst und aus der Gruppe, dem Team heraus – wie groß oder klein es auch immer sein möge. Emergenz ist das scheinbar nicht steuerbare nicht vorhersagbare und nicht kontrollierbare Entstehen von Neuem. Es ist die Fähigkeit einer Organisation sich selbst neu zu erschaffen. Das macht der klassischen Hierarchie oft Angst, weil sie glaubt, überflüssig zu werden.

Folgende Fragen aus meinem Impuls laden zum Weiterdenken an:

    • Was müssen wir heute erkennen, zulassen und fördern, um morgen erfolgreich zu bleiben?
    • Welche Qualitäten und Haltungen eines Unternehmens brauchen junge Menschen heute, um sich zum eigenen und zum Wohle des Arbeitgebers entfalten zu können?
    • Was bedeutet das für Führung und Wertebewusstsein in den kommenden Jahren?
    • Wie nutzen wir diese aktuellen Erkenntnisse in Projekten, die etwas bewirken?

 
 

Harald Peyer Harald R. Preyer ist nach einem studium irregulare an der Universität Innsbruck (Jus, BWL, Informatik) und einer erfolgreichen Karriere bei amerikanischen IT-Unternehmen seit 1990 selbständiger Unternehmer und hat von 1997 bis 2013 EUCUSA aufgebaut und geführt.

In den letzten Jahren wird er zunehmend von Organisationen eingeladen, durch seine Keynotes, Reflexionsgespräche und Projektbegleitungen die Komplexität der Zukunft mitzugestalten.

http://www.preyer.wien

Lieber Harald,

vielen Dank für diesen interessanten Input!

Für mich zeigt sich wieder, dass Unternehmen ihr Geschick in ihren eigenen Händen halten. Die Entscheidungsträger müssten nur einmal richtig hinschauen, aktiv zuhören und dann auch dementsprechend handeln. Dadurch wird eine authentische Arbeitgeberpositionierung erst möglich!

Liebe Grüße,
Jürgen Pfeiler

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