Talent-Fit – der Weg zur Win-Win-Situation!

Wie bekomme ich höchst zufriedene Kunden? Eine Frage, die sich wahrscheinlich unzählige Unternehmer stellen. Viele werden sofort aufspringen und antworten dass der Kunde immer im Mittelpunkt stehen muss. Alle Prozesse und Aktivitäten sind auf den Kunden abzustimmen – denn er ist der König!

Es gibt aber auch jene, die die Meinung vertreten, dass es höchst zufriedene Kunden nur dann gibt, wenn der Mitarbeiter im Mittelpunkt steht. Denn nur ein zufriedener Mitarbeiter kann den internen (Kollegen) wie externen Kunden optimal betreuen. Nach dem Motto: Geht es dem Mitarbeiter gut, geht es dem Kunden gut.

Mir persönlich gefällt der zweite Ansatz besser und er scheint auch schlüssiger. Natürlich muss man sich zunächst mit der Frage auseinander setzten, was denn die Kriterien sind damit ein Mitarbeiter zufrieden ist. Einerseits ist es sicher der Cultural-Fit. Die Persönlichkeitsstruktur des Mitarbeiters passt zur Unternehmenskultur – er fühlt sich einfach wohl im Unternehmen! Ein Mitarbeiter der sich wohl fühlt hat sicher auch die besten Voraussetzungen, einen guten Job zu machen. Allerdings reicht das noch nicht. Es fehlt noch etwas – und zwar das passende Kompetenz-Set für die konkrete Aufgabenstellung.

Jeder Mensch hat Talent. Das Wort alleine schon zeigt die große Kraft die dahinter steckt, denn „Talent“ bedeutet auch überdurchschnittliche Fähigkeit oder Begabung. Entweder hat man eine Fähigkeit weil man sie – bewusst oder unbewusst – häufig angewandt und dadurch perfektioniert hat. Oder eine Begabung wurde einem im wahrsten Sinne des Wortes in die Wiege gelegt. Aber eigentlich ist es egal was der Ursprung der Talente ist. Wesentlich ist, dass es  einer Person Spaß macht, seine Fähigkeiten auch einzusetzen.

Hat man nun Mitarbeiter, deren Talente dazu dienen, den Bedarf der Kunden (intern wie extern) abzudecken, hat man eigentlich schon gewonnen. Das Unternehmen verfügt damit über einen Mitarbeiter, der sich durch den Einsatz seiner Kompetenzen verwirklichen kann und als Ergebnis daraus mit großer Wahrscheinlichkeit über einen zufriedenen Kunden – eine echte Win-Win-Situation!

Dies trifft natürlich nur dann zu, wenn man die Bedürfnisse der Kunden wirklich kennt. Was nicht immer zutrifft. Denn oft glauben Unternehmen, die Bedürfnisse ihrer Kunden zu kennen ohne diesen Umstand jemals verifiziert zu haben – aber das ist eine andere Geschichte.

Kennt man also die Kunden-Bedürfnisse, ist es meistens nicht mehr schwer, die Qualifikationen auf Unternehmens- und Mitarbeiterseite zu finden, die dafür notwendig sind, diese zu befriedigen. An dieser Stelle wird es nun für ein Unternehmen sehr wichtig zu wissen, welche Mitarbeiter welche Fähigkeiten besitzen, um so deren Talente auch punktgenau in Bezug auf die Aufgabenstellung und das Kundenbedürfnis einzusetzen. Ich bezeichne das als
Talent-Fit“.

In einer idealen Welt kennt das Management seine Mitarbeiter und deren Talente. Die Fähigkeiten sind nicht nur bekannt, sondern sie werden auch entsprechend des Talent-Fits gefördert. Man gibt dem Mitarbeiter und seiner Begabung den nötigen Freiraum, dass er sich selbst und sein Talent entsprechend entwickeln kann.

Stellt ein Unternehmen den Mitarbeiter in den Mittelpunkt, schafft geeignete Rahmenbedingungen  und schenkt ihm das nötige Vertrauen, wird er die Verantwortung für die Kundenzufriedenheit gerne übernehmen. Der motivierte Mitarbeiter sorgt dann für zufriedene Kunden.

Woran jedoch scheitert es in der Realität?

Dafür gibt es verschiedene Gründe:

  • Zunächst einmal setzten sich Unternehmen viel zu wenig mit den Talenten ihrer Mitarbeiter auseinander. Oft weiß das Management gar nicht, welche Begabungen in der Belegschaft schlummern.
  • Selbst wenn das Unternehmen von einzelnen Talenten weiß, ist das System oft zu unflexibel um diese entsprechend einzusetzen und zu fördern. Man versucht eher, mit viel Aufwand, nicht Passendes passend zu machen – was selten funktioniert
  • Dem problemorientierten Ansatz folgend, wird oft den fehlenden Kompetenzen mehr Aufmerksamkeit geschenkt als den offensichtlichen Talenten. Schwächen zu schwächen erfordet aber einen wesentlich größeren Energieaufwand als Stärken zu stärken.
  • Schon beim Recruiting machen viele Unternehmen den Fehler, auf die falschen Pferde. (Fähigkeiten) zu setzen. Das kommt daher, dass man bestimmten Aufgaben eine falsche Kompetenzmatrix zuweist. [Anmerkung: Das rührt häufig daher, dass bestimmten Aufgaben unpassende oder längst überholte Kompetenzen / Kompetenzmatrizzen zugeordnet werden]
  • Die Kompetenzen sind oft nicht transparent, verständlich und eindeutig definiert. Reine Schlagworte führen zu großen Interpretationsspielräumen ohne einheitliches Verständnis. Kompetenzen werden selten auf Verhaltensweisen herunter gebrochen, um sie dadurch klar erkennbar und messbar zu machen.

Wollen Sie als Unternehmen echte Win-Win Situationen erreichen, sollten Sie den genannten Punkten genaue Aufmerksamkeit schenken. Kundenzufriedenheit und Mitarbeiterzufriedenheit stehen dabei in einer Symbiose und beeinflussen sich gegenseitig. Der Schlüssel dazu, liegt meiner festen Überzeugung nach, im Talent Fit.

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