Employer Branding – von Pflicht & Kür!

Immer wieder liest man von Vorträgen und Intensivseminaren zum Thema Employer Branding und wie man sich als Arbeitgeber richtig positioniert. Im gleichen Atemzug werden dann die Social Media genannt, über die man das alles erreichen kann.

Schöne heile Welt!
Aber so einfach ist es leider nicht!

Social Media sind, und da besteht kein Zweifel, ein ganz wichtiger Teil innerhalb eines Employer Branding Konzeptes. Über sie kann man die unternehmensspezifischen Werte, die Differenzierungsfaktoren, die Gründe, warum man ein einzigartiger Arbeitgeber ist, verkünden und in der digitalen Welt verbreiten. Sie sind quasi die Krone, das Sahnehäubchen eines Prozesses. Wenn man es mit sportlichen Aktivitäten vergleicht, stellen sie die Kür da. Jedes Unternehmen kann und soll auf unterschiedlichste Medien zugreifen und diese entsprechend Ihrer Ziele, Zielgruppen, Ausrichtung und Werte-Kodex einsetzen. Kein Konzept wird dem anderen gleichen, weil auch jedes Unternehmen einzigartig ist. Die Botschaft muss ein ganz eindeutiges Identifizierungsangebot sein, dass den bestehenden und potentiellen Mitarbeitern zeigt, warum sie hierher gehören und genau das der beste Arbeitsplatz für sie ist.

Aber bevor ich mich der Kür zuwenden kann, muss ich meine Pflichtübung erledigen – und die ist für alle gleich. Dieser Teil ist der Wichtigste im gesamten Employer Branding Prozess. Es geht darum, den Werte-Kodex und die Zielausrichtung zu finden! Ehrlich zu sich selber zu sein und auch zu den Ecken und Kanten der Unternehmenskultur zu stehen. Weder Menschen noch Unternehmen haben eine uneingeschränkt sozial erwünschte Werthaltung. So etwas gibt es nicht! Jene die das behaupten lügen oder leben in einer Scheinwelt.

Ziel muss es sein einen Cultural Fit, wo Unternehmenskultur und Persönlichkeit des Mitarbeiters zusammen passen, zu finden. Ist das Identifikationsangebot jedoch ein schön klingender wertbasierter Einheitsbrei, wird sich zwar die Mehrzahl der Top-Talente angesprochen fühlen. Aber nicht alle dieser Highflier werden letztendlich zum Unternehmen passen.

Dabei ist ein Werteprofil, dass sich von den anderen Mitbewerbern abhebt ein Geschenk! Denn nur durch so eine Positionierung erhält das Individuum einen klaren Hinweis ob er oder sie zum Unternehmen passt oder nicht. Verwenden alle dieselben austauschbaren Floskeln – die oft sogar nicht einmal stimmen – gibt es auch keine Orientierung.

Genau hier hakt es! Dieser Schritt, das Finden der individuellen Positionierung, wird in den meisten Vorträgen/Konferenzen gerne ausgelassen. Denn dann müsste man sich ja mit Dingen beschäftigen, die man zwar weiß, aber nicht kommunizieren möchte. Nach dem Motto: Lieber nicht darüber reden und vielleicht fällt es ja keinem auf.

Diese Zeiten sind jedoch vorbei! Denn die sozialen Medien funktionieren in beide Richtungen. Sie werden nicht nur dazu eingesetzt um sich möglichst positiv zu positionieren. Dieselben Medien werden auch verwendet um Positionierungen zu hinterfragen, wenn sie nicht authentisch sind. Mit anderen Worten beschönigte oder nicht vorhandene Darstellungen werden sowieso entdeckt und thematisiert.

Darum ist es ganz wichtig, sich zuerst der Pflichtübung, dem finden der eignen Werte und Ziele, zu widmen. Sind sie lokalisiert, thematisiert und in jeder Faser des Unternehmens implementiert, hat man eine authentische Arbeitgeberpositionierung! Dies mag vielleicht nicht so aalglatt und paradiesisch klingen wie 90% der anderen Unternehmensprofile, aber sie ist ehrlich und genau deshalb wird sie auch aus der Masse herausstechen. Darum werden sich auch Personen angezogen fühlen die sich mit dem Profil identifizieren können.

Nun ist der Zeitpunkt gekommen wo man sich auch Gedanken darüber machen kann, mit welchen tollen Medien man die Positionierung kommuniziert. Jetzt ist es Zeit für die Kür!

Liebe Grüße,
Jürgen Pfeiler

 

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