Employer Branding hat nichts mit Hygiene-Faktoren zu tun!

Jeder der Wirtschaft oder Psychologie studiert, oder schon einige Management-Seminare besucht hat, hat wahrscheinlich schon einmal von der Zwei-Faktoren-Theorie von Herzberg gehört. Ein Klassiker, zum Thema Arbeitsmotivation! Hier wird zwischen zwei Faktoren unterschieden. Den Hygienefaktoren (z.B. Vergütung, Entwicklungsmöglichkeiten), deren Vorhandensein eigentlich nur das aufkommen von Unzufriedenheit verhindert und den Motivatoren (z.B. Anerkennung, Verantwortung) die Zufriedenheit bringen.

Es überrascht immer wieder wie oft Unternehmen heutzutage Hygiene-Faktoren als „Employer Branding“ verkaufen. Nicht selten werden Themen wie Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Vergütungen und Sozialleistungen oder Work-Life-Balance auf die Fahnen geschrieben, mit dem Nachsatz, dass man Employer Branding betreibe. Das ist es aber nicht!

Diese Faktoren sind Hygiene-Faktoren und haben weder etwas mit Motivation noch mit Arbeitgeberpositionierung zu tun.

Eigentlich sollten diese Dinge eine Selbstverständlichkeit sein. Unternehmen die keine Karriere- oder Entwicklungsmöglichkeiten anbieten oder wo Work-Life-Balance kein Thema ist, sind früher oder später weg vom Fenster.  Denn die Talente werden immer anspruchsvoller und sind besser informiert den je.

Über diese eher harten Faktoren lässt sich jedoch keine Arbeitgebermarke aufbauen. Erfolgreiche Arbeitgebermarken positionieren sich über emotionale Benefits des Unternehmens. Das hat zur Folge, dass Bewerber auch Nachteile bei harten Faktoren in Kauf nehmen, wenn Sie das Gefühl haben dort besser aufgehoben zu sein.

Wer eine Employer Brand hat braucht keine verlockenden Gehälter oder falsche Versprechungen. Überall dort wo die Organisation und der Mensch besonders gut zusammen passen entsteht eine starke emotionale Bindung, die beim Mitarbeiter für eine hohe Identifikation sorgt. Identifizierte Mitarbeiter sind engagierter, leistungsbereiter, loyaler und produktiver und damit auch ein Schlüssel zum Unternehmenserfolg.

Doch um zu prüfen ob man zusammen passt, benötigt der Arbeitnehmer ein Identifizierungsangebot. Das können aber nicht die üblichen Floskeln oder eigentlich selbstverständlichen Hygiene-Faktoren sein. Es geht hier um die gelebten Werte, Einstellungen, Gefühle, und Menschenbilder die die Unternehmenskultur, das Unternehmensimage und auch das Produktimage prägen.

Und einer der ersten und wichtigsten Schritte im Employer Branding Prozess ist es, diese Werte zu finden und sich ganz offen dazu zu bekennen. Wurde der Prozess ernsthaft und richtig durchgeführt dann sind diese Werte sowohl Differenziator, Anker als auch Treiber und eine klare Orientierungshilfe für bestehende und zukünftige Mitarbeiter.

Das ist der Start in ein echtes Employer Branding!

Liebe Grüße,
Jürgen Pfeiler

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